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ReduFuse und AntiReflect verbessern Steuerung der Gurkenkultur

Gurkenanbaubetrieb Van Lipzig Tuinderijen arbeitet ständig daran, die Anbau  zu verbessern. Mit den Beschichtungen ReduFuse und AntiReflect lässt sich der Wunsch, das verfügbare Licht besser zu nutzen, realisieren. 

Gurkenanbaumanager Peter van Ninhuys zufriedener ReduFuse-Anwender

Als Eigentümer Frank van Lipzig vor zwei Jahren einen neuen Anbaumanager brauchte, entschied er sich bewusst für jemanden, der keine Erfahrung mit Gurken hatte. Der Sinn war nämlich, mit neuem, frischem Blick an die Zucht heranzugehen, frei von dem Ballast eingeschliffener Gewohnheiten.

Der Neue - Peter van Ninhuys, zuvor Rosenzüchter - setzte zunächst in Absprache mit Van Lipzig die Strategie des „Neuen Züchtens“ um. Anschließend waren Lichteinfall und Lichtnutzung durch die Pflanze an der Reihe - und der Einsatz von Beschichtungen, um genau diese Faktoren zu verbessern.

Van Lipzig Tuinderijen baut in Horst (Provinz Limburg) auf 8,5 Hektar Gurken an. Der Betrieb hat sich optimale Nachhaltigkeit als Ziel gesetzt. Dazu gehört auch die Verbesserung des Anbauergebnisses. Denn je höher die Qualität der Gurken, die man mit derselben Menge Energie produzieren kann, desto nachhaltiger ist das Ergebnis.

„Als ich hier anfing, haben wir uns zuerst einmal das Neue Züchten vorgenommen. Das wichtigste Element daran ist, dass wir nach abschirmen. Das verhindert, dass der Kopf der Pflanze zu stark abkühlt. Seitdem haben wir kaum noch Probleme mit dem Schimmelpilz Mycosphaerella. Vorher war das eine echte Herausforderung”, so Van Ninhuys. Das heißt, dass jetzt beinahe keine befallenen Gurken mehr weggeworfen werden müssen.

Er hat ein Nettostrahlungsmessgerät angeschafft, das die Differenz zwischen Ein- und Abstrahlung anzeigt. Bei einer Nettoeinstrahlung von 20 bis 25 Watt/m2 schließt der Energieschirm. Er wartet also nicht ab, bis die Abstrahlung überwiegt, denn dann ist man im Grunde zu spät: Der Kopf ist schon am Abkühlen.

„Dann ziehen wir den festen Schirm zu 80 % zu. Hinsichtlich der absoluten Luftfeuchtigkeit gibt es dann keinen Unterschied zwischen unter und über dem Schirm, sodass der Luftaustausch ruhig verläuft“, erzählt er. „Die Köpfe bleiben warm und der Wassertransport Richtung Köpfe läuft einfach weiter - und damit auch die Calciumzufuhr. Das sorgt für starke Zellwände, die von Mycosphaerella nicht befallen werden.“

Die neue Vorgehensweise hat nicht zu einer Erhöhung der 24-Stunden-Temperatur geführt. 

Verbesserung des Lichteinfalls

Der nächste Schritt bestand in der kritischen Beurteilung von Glas und Lichtdurchlässigkeit. „So landeten wir schon bald bei ReduFuse. Man will das Maximum aus dem Gewächshaus holen und eine diffuse Beschichtung ergibt eine bessere Lichtverteilung in der Pflanze. Dadurch kann man bei extremer Einstrahlung den festen Schirm etwas später zuziehen. Vorher schloss sich der Schirm bei 700 Watt, jetzt bei 800. Die Pflanze bekommt also mehr Licht, und das heißt: mehr Photosynthese“, meint er.

Wie hoch der Beitrag von ReduFuse zur Mehrproduktion ist, kann er nicht sagen. Jedes Jahr ist anders und außerdem sind Virusprobleme eine Plage in der Gurkenzucht. Das laufende Jahr ist das erste ganz ohne Virus. „Allein das schon steigert die Produktion. Wie viel die Beschichtung beiträgt, lässt sich dann nicht mehr sagen“, erklärt der Anbaumanager.

Anders lüften und heizen

Mit der Beschichtung veränderte sich auch die Art der Belüftung. Wenn die Sonne auf der windgeschützten Seite des Gewächshauses steht, öffnete er vorher die Lüftungsfenster an dieser Seite ganz. Aber durch ein offenes Fenster kann das Sonnenlicht ungefiltert eintreten. „Dann wurden die Pflanzen an jenen Stellen schlapp. Daran konnte man also sehen, was ReduFuse bewirkt. Deswegen halten wir die Fenster in einer solchen Situation derzeit an der windgeschützten Seite etwas mehr geschlossen und öffnen sie stattdessen an der Windseite mehr“, sagt er.

Eine weitere Veränderung: Morgens muss er etwas mehr heizen, um die Pflanzen zu aktivieren. „Nach einem Jahr Erfahrung mit ReduFuse kamen wir zu dem Schluss: Das wird der neue Standard. Man erzielt eine bessere Lichtverteilung und bekommt mehr Licht ins Gewächshaus. Und das bedeutet auch mehr Photosynthese. Die Pflanze hat weniger Stress und sieht frischer aus. An den Köpfen sieht man das sofort. Ein großer Vorteil der vorübergehenden Beschichtung: Man entfernt sie im August und hat dann wieder nur Glas. Dann fängt man wieder das ganze Licht ein.“

AntiReflect

Um den Lichteinfall noch weiter zu verbessern, hat der Züchter im Oktober 2018 AntiReflect aufbringen lassen. Das gesamte Areal wurde in einem Mal beschichtet. „Wir hatten Interesse an AntiReflect, weil das zusätzliche Licht mehr Produktion ergeben kann. Das ist im Frühjahr und Herbst von Vorteil. Bemerkenswert ist, dass man die Beschichtung auf dem Dach überhaupt nicht sieht. Messungen des Lichtlab in Wageningen zeigten jedoch, dass der verbesserte Lichteinfall tatsächlich realisiert wird. Des Weiteren fällt auf, dass sich das Gewächshaus an der Sonnenseite enorm schnell erwärmt, seit die Beschichtung aufgebracht wurde. So kann deutlich mehr Strahlung eintreten. Dadurch muss man weniger heizen; auf der anderen Seite muss man zu Beginn des Frühjahrs auf Sonnenbrand achten und folglich etwas mehr abschirmen. Wir gehen davon aus, dass der Lichtgewinn durch AntiReflect ein paar Jahre lang anhält“, lautet sein Fazit.

Licht im Gewächshaus messen

So arbeitet er ständig daran, Anbau und Lichtnutzung zu verbessern. Den nächsten Schritt hat er auch schon vor Augen. Der Klimacomputer steuert jetzt nach einem draußen auf dem First des Gewächshauses angebrachten Strahlungsmessgerät. Eigentlich ist das nicht logisch, denn es geht ja um das Licht im Gewächshaus. „Ich erfasse das PAR-Licht im Gewächshaus jetzt mit einem neuen Messgerät. Noch nicht zum Steuern, ich will einfach schauen, was passiert. Wie viel Licht tatsächlich nach drinnen gelangt und wie sich das über die Monate entwickelt. Auf lange Sicht kann man aus diesen Einsichten Konsequenzen im Hinblick auf das Heizen, Abschirmen und den Einsatz von Beschichtungen ziehen.“


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